KI & Digitalisierung

    KI-Kompetenz nach dem EU AI Act: Was Unternehmen jetzt wissen und tun müssen

    Artikel 4 EU AI Act verlangt ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz bei allen, die im Auftrag eines Unternehmens mit KI arbeiten. Was das konkret bedeutet, ob Schulungen Pflicht sind und wie Sie KI-Kompetenz sinnvoll dokumentieren.

    09.08.202614 Min.Jens Goldhammer
    Team eines mittelständischen Unternehmens bespricht KI-Nutzung und die Vorgaben des EU AI Act

    Mitarbeiter schreiben E-Mails mit ChatGPT, lassen sich Angebotstexte formulieren, recherchieren Lieferanten oder beantworten Kundenanfragen mit KI-Unterstützung. In den meisten Unternehmen passiert das längst – nur weiß die Geschäftsführung oft nicht, welche Werkzeuge im Einsatz sind, welche Daten dort landen und welche Regeln eigentlich gelten. Genau an diesem Punkt setzt Artikel 4 des EU AI Act an.

    Die gute Nachricht vorweg: Es geht nicht um Bürokratie um ihrer selbst willen und auch nicht um ein Verbot von KI. Es geht darum, dass Menschen, die KI-Systeme im Namen eines Unternehmens nutzen, verstehen, was sie da tun. Dieser Artikel erklärt, was der EU AI Act ist, was Artikel 4 verlangt, wen die Pflicht trifft und wie kleine und mittlere Unternehmen sie mit vertretbarem Aufwand erfüllen können.

    Was ist der EU AI Act?

    Der EU AI Act ist die Verordnung (EU) 2024/1689 – das erste umfassende Regelwerk der Europäischen Union für künstliche Intelligenz. Sie gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und muss nicht erst in nationales Recht übertragen werden. Ziel ist ein Binnenmarkt, in dem KI eingesetzt werden kann, ohne Grundrechte, Sicherheit und Gesundheit zu gefährden.

    Der Ansatz ist risikobasiert: Je größer das potenzielle Risiko eines KI-Systems, desto strenger die Anforderungen. Eine Rechtschreibhilfe wird anders behandelt als ein System, das über Kreditvergaben oder Bewerbungen mitentscheidet.

    RisikoklasseBeispieleKonsequenz
    VerbotenSocial Scoring durch Behörden, manipulative Systeme, ungezielte Gesichtsbild-SammlungEinsatz nicht erlaubt
    HochrisikoKI in Personalauswahl, Kreditwürdigkeit, kritischer Infrastruktur, MedizinproduktenUmfangreiche Pflichten: Risikomanagement, Dokumentation, menschliche Aufsicht
    Begrenztes RisikoChatbots, KI-generierte Inhalte, DeepfakesTransparenzpflichten – Menschen müssen wissen, dass sie es mit KI zu tun haben
    Minimales RisikoSpam-Filter, Textvorschläge, viele Büro-AnwendungenKeine besonderen Auflagen – die KI-Kompetenzpflicht gilt trotzdem
    Vereinfachte Übersicht der Risikoklassen. Die Pflicht zur KI-Kompetenz aus Artikel 4 ist nicht auf Hochrisiko-Systeme beschränkt.

    Wichtig für den Mittelstand: Die meisten Unternehmen bauen keine KI, sie nutzen sie. Für diese Nutzung sind vor allem zwei Dinge relevant – die Transparenzpflichten und eben Artikel 4.

    Was bedeutet Artikel 4 EU AI Act?

    Artikel 4 trägt die Überschrift „KI-Kompetenz". Sinngemäß verlangt er: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz bei ihrem Personal und anderen Personen sicherzustellen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind.

    Der Wortlaut nennt ausdrücklich drei Faktoren, an denen sich das „ausreichende Maß" bemisst: die technischen Kenntnisse, die Erfahrung, Ausbildung und Schulung der betroffenen Personen, der Kontext, in dem die KI-Systeme eingesetzt werden, und die Personengruppen, bei denen die Systeme eingesetzt werden. Es gibt also bewusst keinen einheitlichen Standard – ein Handwerksbetrieb, der KI für Angebotstexte nutzt, braucht ein anderes Kompetenzniveau als eine Personalabteilung, die KI im Bewerbungsprozess einsetzt.

    Nicht: „Jeder braucht dieselbe Schulung." Sondern: „Jeder braucht so viel Verständnis, wie seine konkrete KI-Nutzung erfordert."

    Ergänzend beschreibt die Verordnung KI-Kompetenz als die Fähigkeiten, Kenntnisse und das Verständnis, die es ermöglichen, KI-Systeme sachkundig einzusetzen, sich der Chancen und Risiken bewusst zu sein und mögliche Schäden einzuschätzen. Es geht also nicht um Programmierkenntnisse, sondern um urteilsfähige Nutzung.

    Seit wann gilt die Pflicht zur KI-Kompetenz?

    Der EU AI Act ist am 1. August 2024 in Kraft getreten und wird gestaffelt anwendbar. Die Vorschriften zu verbotenen Praktiken und die Pflicht zur KI-Kompetenz aus Artikel 4 gelten seit dem 2. Februar 2025. Weitere Teile – etwa Regelungen zu KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck und zu Hochrisiko-Systemen – greifen zeitlich versetzt danach.

    Die Pflicht ist damit heute geltendes Recht. Gleichzeitig ist die Umsetzung in Bewegung: Auf europäischer Ebene wird über Vereinfachungen und zeitliche Anpassungen einzelner Teile des Regelwerks diskutiert, und in Deutschland ist die nationale Aufsichtsstruktur noch im Aufbau. Die Bundesnetzagentur hat dazu eine KI-Servicestelle eingerichtet, die Unternehmen informiert und begleitet. Für die Praxis heißt das: Verlassen Sie sich nicht auf eine Schonfrist, aber verfallen Sie auch nicht in Aktionismus.

    Wer muss KI-Kompetenz sicherstellen?

    Die Verordnung unterscheidet vor allem zwischen Anbietern und Betreibern. Anbieter entwickeln ein KI-System oder lassen es entwickeln und bringen es unter eigenem Namen auf den Markt. Betreiber setzen ein KI-System unter eigener Verantwortung im beruflichen Kontext ein. Der weitaus größte Teil kleiner und mittlerer Unternehmen fällt in die zweite Gruppe – oft ohne es zu wissen.

    Typische Situation im KMURolleWas das bedeutet
    Team nutzt ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot für Texte und RechercheBetreiberArtikel 4 greift: Nutzer brauchen ein ausreichendes Verständnis der Grenzen und Risiken
    KI-Chatbot auf der eigenen Website beantwortet KundenfragenBetreiber (zusätzlich Transparenzpflicht)Besucher müssen erkennen können, dass sie mit einer KI sprechen
    KI-gestützte Vorauswahl von BewerbungenBetreiber im sensiblen BereichDeutlich höheres Kompetenz- und Sorgfaltsniveau, ggf. Hochrisiko-Einstufung
    Eigenes KI-Feature wird in ein Produkt eingebaut und vermarktetAnbieterZusätzliche Anbieterpflichten je nach Risikoklasse

    Die Pflicht umfasst ausdrücklich nicht nur Festangestellte, sondern alle Personen, die in Ihrem Auftrag mit den Systemen arbeiten – also auch Werkstudenten, Freelancer, Aushilfen oder ehrenamtlich Tätige in Vereinen. Eine Untergrenze nach Unternehmensgröße gibt es nicht: Auch ein Betrieb mit fünf Mitarbeitenden ist Betreiber, wenn dort KI genutzt wird.

    Was bedeutet „KI-Kompetenz" konkret?

    KI-Kompetenz ist kein Informatikstudium. Sie beschreibt ein praktisches Urteilsvermögen, das sich in etwa auf diese Bausteine herunterbrechen lässt:

    • Grundlegendes Verständnis von KI: Was ist ein Sprachmodell, woher kommen die Antworten, warum ist das keine Datenbankabfrage?
    • Chancen und Grenzen: Wofür eignet sich KI im eigenen Arbeitsalltag wirklich – und wofür ausdrücklich nicht?
    • Risiken: Falsche Ergebnisse, erfundene Quellen, Verzerrungen in den Trainingsdaten, blinde Übernahme von Empfehlungen.
    • Datenschutz: Welche personenbezogenen Daten dürfen überhaupt in ein KI-Tool eingegeben werden – und welche nie?
    • Vertraulichkeit: Kundendaten, Kalkulationen, Verträge und Geschäftsgeheimnisse gehören nicht ungeprüft in ein beliebiges Chatfenster.
    • Menschliche Kontrolle: Wer prüft KI-Ergebnisse, bevor sie nach außen gehen oder eine Entscheidung beeinflussen?
    • Sichere Nutzung: Freigegebene Tools, Zugänge, Accounts, Umgang mit Trainingsdaten-Einstellungen.
    • Rollen und Verantwortlichkeiten: Wer entscheidet über neue KI-Tools, wer ist Ansprechpartner bei Zweifeln, wer dokumentiert?

    Diese Bausteine sind kein starrer Katalog, sondern ein Raster. Für ein Team, das KI ausschließlich für interne Textentwürfe nutzt, reicht ein solides Grundniveau. Wer KI in Kundenkommunikation, Personalentscheidungen oder Preisgestaltung einsetzt, braucht mehr.

    Besprechung im Unternehmen zu KI-Nutzung, Datenschutz und den Vorgaben des EU AI Act
    KI-Kompetenz entsteht dort, wo Teams gemeinsam klären, welche Werkzeuge sie wofür einsetzen dürfen.

    Brauchen Mitarbeiter eine KI-Schulung?

    Der EU AI Act schreibt keine bestimmte Schulungsform vor. Er verlangt „Maßnahmen" – und lässt Unternehmen bewusst Spielraum, wie sie diese gestalten. Eine Schulung ist dabei die naheliegendste und zugleich am einfachsten dokumentierbare Maßnahme, aber nicht die einzige.

    • Interne oder externe Schulungen und Workshops
    • Verbindliche interne KI-Richtlinie mit klaren Do's und Don'ts
    • Einweisungen bei der Einführung eines neuen KI-Tools
    • Onboarding-Bausteine für neue Mitarbeitende
    • Regelmäßige Auffrischungen, wenn sich Tools oder Einsatzzwecke ändern

    Entscheidend ist nicht das Format, sondern das Ergebnis: Die Menschen, die KI nutzen, müssen die Systeme sachkundig einsetzen können. In der Praxis hat sich eine Kombination bewährt – eine gemeinsame Basisschulung für alle, eine schriftliche Richtlinie als Nachschlagewerk und vertiefende Einheiten für Bereiche mit sensibleren Anwendungsfällen.

    Brauchen Unternehmen ein KI-Zertifikat?

    Nein. Der EU AI Act schreibt kein allgemeines staatliches KI-Kompetenz-Zertifikat vor. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, die Mitarbeitende ablegen müssten, und keine Behörde, die Unternehmen ein „AI-Act-Siegel" für die Kompetenz ihres Personals ausstellt. Wer Ihnen etwas anderes verkaufen möchte, sollte das sehr gut begründen können.

    TeilnahmebestätigungCompliance-Zertifizierung
    Was sie aussagtDiese Person hat an dieser Maßnahme mit diesen Inhalten teilgenommenEin System oder eine Organisation erfüllt einen definierten Standard
    Wer sie ausstelltDer Anbieter der SchulungAkkreditierte Stellen, je nach Standard und Anwendungsbereich
    Rolle beim AI ActPraktischer Nachweis für ergriffene Maßnahmen nach Artikel 4Für Artikel 4 nicht vorgeschrieben; relevant eher bei Hochrisiko-Systemen und Managementsystemen
    Eine Teilnahmebestätigung dokumentiert eine Maßnahme – sie ersetzt keine rechtliche Bewertung und macht ein Unternehmen nicht automatisch AI-Act-konform.

    Welche Inhalte sollte eine gute KI-Schulung enthalten?

    Eine sinnvolle KI-Schulung für Unternehmen verbindet Verständnis, Praxis und Regeln. Diese Bausteine haben sich als tragfähig erwiesen:

    • KI-Grundlagen: Wie funktionieren Sprachmodelle im Prinzip, warum antworten sie unterschiedlich, was ist ein Kontextfenster?
    • Generative KI: Unterschiede zwischen Text-, Bild-, Audio- und Codemodellen und was das für den Arbeitsalltag bedeutet.
    • Praktische Nutzung: Konkrete Anwendungsfälle aus dem eigenen Betrieb statt abstrakter Demos.
    • Prompting: Wie man Aufgaben so formuliert, dass brauchbare Ergebnisse entstehen – inklusive Kontext, Rolle, Format und Beispielen.
    • Halluzinationen: Warum Modelle Dinge erfinden, wie man das erkennt und welche Prüfschritte zwingend nötig sind.
    • Datenschutz: Umgang mit personenbezogenen Daten, Auftragsverarbeitung, Serverstandort, Trainingsdaten-Einstellungen.
    • Urheberrecht: Rechte an Eingaben und Ergebnissen, Umgang mit fremden Texten und Bildern, Kennzeichnung.
    • Geschäftsgeheimnisse: Welche Informationen das Haus nicht verlassen dürfen und wie man dafür Alternativen schafft.
    • EU AI Act: Rollen, Risikoklassen, Transparenzpflichten und die Kompetenzpflicht aus Artikel 4 – praxisnah eingeordnet.
    • Interne KI-Richtlinien: Wie man freigegebene Tools, Verantwortlichkeiten und Prüfschritte verbindlich festhält.
    • Menschliche Kontrolle: Vier-Augen-Prinzip, Freigabewege und der Grundsatz, dass die Verantwortung beim Menschen bleibt.
    • KI-Agenten: Was Systeme leisten, die eigenständig Schritte ausführen – und warum hier besonders klare Grenzen nötig sind.

    Beispiele: KI im Arbeitsalltag

    Abstrakte Regeln bleiben abstrakt, bis man sie an echten Situationen durchspielt. Typische Beispiele aus kleinen und mittleren Unternehmen:

    • Handwerksbetrieb: Angebotstexte und Baustellenberichte werden mit KI vorformuliert. Risiko: Preise, Leistungsbeschreibungen und Fristen werden ungeprüft übernommen.
    • Hotel und Gastronomie: Antworten auf Gästebewertungen und Buchungsanfragen entstehen mit KI-Unterstützung. Risiko: Gästedaten landen im Chatfenster, Tonalität passt nicht zum Haus.
    • Immobilienunternehmen: Objektbeschreibungen und Exposé-Texte werden generiert. Risiko: erfundene Ausstattungsmerkmale und fehlende Pflichtangaben.
    • Steuerberatung: Entwürfe für Mandantenschreiben und Zusammenfassungen langer Dokumente. Risiko: Mandantengeheimnis und Berufsrecht – hier braucht es besonders klare Regeln zu Tools und Daten.
    • Dienstleister und Agenturen: Recherche, Konzeptentwürfe, Social-Media-Texte. Risiko: ungeprüfte Quellen und urheberrechtlich problematische Inhalte.
    • Verein: Mitgliederrundschreiben, Förderanträge, Protokolle. Risiko: Ehrenamtliche nutzen private Accounts ohne jede Absprache.

    Welche Fehler sollten Unternehmen vermeiden?

    • Wildwuchs bei Tools: Jeder nutzt, was er kennt – vom privaten Account bis zur unbekannten Browser-Erweiterung.
    • Vertrauliche Daten ungeprüft eingeben: Kundendaten, Kalkulationen, Verträge oder Bewerbungsunterlagen in ein beliebiges KI-Tool kopieren.
    • KI-Texte ungeprüft veröffentlichen: Fachlich falsche Aussagen, erfundene Quellen oder rechtlich heikle Formulierungen gehen direkt nach außen.
    • Keinen Überblick haben: Niemand weiß, welche KI-Systeme im Unternehmen überhaupt im Einsatz sind.
    • Keine internen Regeln: Ohne schriftliche Leitplanken bleibt jede Einweisung folgenlos.
    • Maßnahmen nicht dokumentieren: Es wird geschult, aber nichts festgehalten – im Ernstfall ist die Maßnahme dann nicht belegbar.
    • Einmal und nie wieder: Tools und Funktionen ändern sich schnell; eine Schulung von vor zwei Jahren bildet den Stand nicht mehr ab.

    Wie können Unternehmen KI-Kompetenz dokumentieren?

    Dokumentation ist der Teil, der am häufigsten vergessen wird – und der im Zweifel den Unterschied macht. Ein einfaches Dokument pro Maßnahme genügt in der Regel. Halten Sie fest:

    1. Datum und Ort der Maßnahme
    2. Teilnehmende Personen mit Funktion oder Abteilung
    3. Inhalte der Schulung oder Einweisung
    4. Dauer der Maßnahme
    5. Eingesetzte bzw. behandelte KI-Systeme und Tools
    6. Behandelte Risiken – Datenschutz, Vertraulichkeit, Fehlerquellen, Urheberrecht
    7. Referent oder verantwortliche Person
    8. Teilnahmebestätigung oder Unterschriftenliste
    9. Verweis auf die interne KI-Richtlinie in der jeweils gültigen Fassung
    10. Termin für die nächste Auffrischung

    Ergänzend lohnt sich eine schlichte Liste der eingesetzten KI-Systeme: Tool, Zweck, verantwortliche Person, Art der verarbeiteten Daten, Freigabestatus. Diese Übersicht hilft nicht nur beim AI Act, sondern auch bei Datenschutz-Fragen und beim IT-Überblick.

    Wie läuft unsere KI-Kompetenz-Schulung ab?

    Wir bieten eine kompakte Schulung von rund drei Stunden an – online oder auf Wunsch bei Ihnen vor Ort. Sie ist so aufgebaut, dass Teilnehmende ohne Vorkenntnisse mitkommen und Fortgeschrittene trotzdem etwas mitnehmen.

    1. KI verstehen: Wie Sprachmodelle arbeiten, was sie können und wo ihre Grenzen liegen.
    2. KI praktisch einsetzen: Prompting, typische Anwendungsfälle, gemeinsames Ausprobieren an Aufgaben aus Ihrem Betrieb.
    3. Risiken & Datenschutz: Halluzinationen, personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse, Urheberrecht, Prüfschritte.
    4. EU AI Act: Rollen, Risikoklassen, Transparenzpflichten und Artikel 4 – verständlich und ohne Paragrafenreiterei.
    5. KI im eigenen Unternehmen: Welche Werkzeuge passen zu Ihnen, welche Regeln brauchen Sie, wie sieht der nächste Schritt aus?

    Optional ergänzen wir eine individuelle Use-Case-Analyse: Wir schauen uns vorab Ihre Prozesse an und bereiten die Schulung auf Ihre konkreten Anwendungsfälle zu. Alle Teilnehmenden erhalten eine Teilnahmebestätigung mit Datum, Dauer und Inhalten sowie eine Vorlage für eine interne KI-Richtlinie, die Sie an Ihr Haus anpassen können.

    Warum „Enno und Jens"?

    Wir sind eine Agentur aus Wernigerode im Harz und arbeiten in zwei Welten zugleich: Wir bauen Webseiten und digitale Prozesse – und wir setzen KI seit Jahren selbst produktiv ein, von generativen Modellen über Automatisierungen bis zu lokal betriebenen Open-Source-Modellen.

    • Praktische Erfahrung aus echten Projekten statt reiner Theorie
    • Keine juristische Pflichtveranstaltung, sondern eine Schulung, die im Alltag ankommt
    • Verständliche Sprache – auch für Teams ohne IT-Hintergrund
    • Konkrete Beispiele aus Ihrer Branche und Ihrem Unternehmen
    • Herstellerunabhängig: Claude, Gemini, Microsoft Copilot und lokale Open-Source-Modelle
    • Regionale Betreuung im Harz, auf Wunsch bei Ihnen vor Ort – oder deutschlandweit online

    Checkliste: Ist unser Unternehmen bei KI gut aufgestellt?

    1. Wissen wir, welche KI-Systeme in unserem Unternehmen tatsächlich genutzt werden?
    2. Gibt es freigegebene Tools – und ist klar, welche nicht genutzt werden dürfen?
    3. Ist geregelt, welche Daten niemals in ein KI-Tool eingegeben werden dürfen?
    4. Haben alle, die KI nutzen, ein Grundverständnis von Chancen, Grenzen und Risiken?
    5. Gibt es eine schriftliche interne KI-Richtlinie, die alle kennen?
    6. Ist festgelegt, wer KI-Ergebnisse prüft, bevor sie nach außen gehen?
    7. Wissen unsere Mitarbeitenden, was Halluzinationen sind und wie sie damit umgehen?
    8. Haben wir Schulungen und Einweisungen nachvollziehbar dokumentiert?
    9. Gibt es eine feste Ansprechperson für Fragen rund um KI?
    10. Ist ein Termin für die nächste Auffrischung gesetzt?

    Wenn Sie mehr als drei dieser Fragen mit „nein" oder „weiß nicht" beantworten, besteht Handlungsbedarf – meist mit überschaubarem Aufwand.

    Fazit

    KI-Kompetenz ist mehr als eine gesetzliche Pflicht. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass KI im Unternehmen sicher und produktiv eingesetzt wird. Artikel 4 EU AI Act verlangt keine Zertifikate und keine bestimmte Schulungsdauer – er verlangt, dass Sie Ihre Leute befähigen und das nachvollziehbar tun.

    Unternehmen, die klare Regeln haben, geeignete Werkzeuge freigeben und ihr Team schulen, erfüllen nicht nur eine Anforderung. Sie holen aus KI deutlich mehr heraus als Betriebe, in denen jeder auf eigene Faust experimentiert.

    Häufige Fragen zur KI-Kompetenz nach dem EU AI Act

    Gilt die Pflicht zur KI-Kompetenz auch für kleine Unternehmen?+

    Ja. Artikel 4 EU AI Act kennt keine Untergrenze nach Unternehmensgröße. Sobald ein Betrieb KI-Systeme im beruflichen Kontext einsetzt, gilt er als Betreiber. Der Umfang der Maßnahmen darf aber zum Risiko und zur Nutzung passen – bei einfachen Anwendungsfällen genügt entsprechend weniger.

    Brauchen wir ein Zertifikat, um AI-Act-konform zu sein?+

    Nein. Der EU AI Act schreibt kein allgemeines staatliches KI-Kompetenz-Zertifikat und keine Pflichtprüfung für Mitarbeitende vor. Eine Teilnahmebestätigung dokumentiert lediglich, dass eine Schulungsmaßnahme stattgefunden hat – sie ist ein Nachweis für ergriffene Maßnahmen, aber kein Konformitätssiegel.

    Wie lange muss eine KI-Schulung dauern?+

    Eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestdauer gibt es nicht. Maßgeblich ist, ob die Teilnehmenden danach in der Lage sind, die eingesetzten KI-Systeme sachkundig und risikobewusst zu nutzen. In der Praxis hat sich für den Einstieg ein Format von etwa drei Stunden bewährt, ergänzt um Auffrischungen.

    Reicht eine schriftliche KI-Richtlinie aus?+

    Eine Richtlinie ist ein wichtiger Baustein, ersetzt aber selten das Verständnis. Wer nur ein Dokument verteilt, ohne es zu erklären, riskiert, dass Regeln nicht verstanden und nicht befolgt werden. Sinnvoll ist die Kombination aus Schulung, Richtlinie und dokumentierter Einweisung bei neuen Tools.

    Gilt Artikel 4 auch für kostenlose KI-Tools wie ChatGPT?+

    Ja. Entscheidend ist nicht der Preis des Tools, sondern dass es im Auftrag und im Kontext des Unternehmens eingesetzt wird. Gerade kostenlose Zugänge über private Accounts sind aus Datenschutz- und Vertraulichkeitssicht häufig die riskanteste Variante.

    Wer ist im Unternehmen für KI-Kompetenz verantwortlich?+

    Die Verantwortung liegt beim Unternehmen als Anbieter oder Betreiber, also in der Regel bei der Geschäftsführung. Sie kann Aufgaben delegieren – etwa an IT, Datenschutzbeauftragte oder eine benannte KI-Ansprechperson – bleibt aber für die Umsetzung verantwortlich.

    Wie oft sollte eine KI-Schulung wiederholt werden?+

    Eine feste gesetzliche Frist gibt es nicht. Da sich Werkzeuge und Funktionen schnell verändern, ist eine jährliche Auffrischung ein sinnvoller Richtwert – zusätzlich immer dann, wenn neue KI-Systeme eingeführt oder bestehende erheblich verändert werden.

    Was passiert, wenn wir nichts tun?+

    Für Artikel 4 selbst ist kein eigener Bußgeldtatbestand vorgesehen. Praktisch relevanter sind die Folgeprobleme: Datenschutzverstöße, offengelegte Geschäftsgeheimnisse, fehlerhafte Inhalte gegenüber Kunden und eine schlechtere Position, wenn Sie im Streitfall nicht belegen können, dass Sie Ihr Team befähigt haben.

    KI-Kompetenz im Unternehmen aufbauen

    Sie möchten wissen, wie eine KI-Schulung für Ihr Unternehmen aussehen kann? Unsere Schulung „KI-Kompetenz im Unternehmen“ vermittelt in 2 bis 5 Stunden die Praxis generativer KI und die Grundlagen des EU AI Act – inklusive Teilnahmebestätigung und Dokumentation der Schulungsmaßnahme.

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